Wirtschaft & Wohnen

Wohnpreise in Köln sinken im dritten Quartal 2026 leicht — Mieten ziehen weiter an

Der Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft für das dritte Quartal 2026 zeigt: In den sieben teuersten Städten, darunter Köln, fielen die Kaufpreise im Jahresvergleich. Gleichzeitig steigen die Angebotsmieten deutlich, vor allem im Umland.

Wohnpreise in Köln sinken im dritten Quartal 2026 leicht — Mieten ziehen weiter an
©Illustration KI Melanie Schorn / Elf nach Elf

Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland zeigt im dritten Quartal 2026 ein geteiltes Bild: Während sich die bundesweiten Kaufpreise insgesamt nur wenig veränderten, sanken die Preise in den sieben teuersten Städten des Landes. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verzeichnete für Köln im Vergleich zum dritten Quartal 2025 einen Rückgang der Kaufpreise von 1,3 Prozent.

Bundesweite Entwicklung und Top‑7‑Städte

Nach Angaben des IW lagen die Preise für Eigentumswohnungen bundesweit im dritten Quartal 2026 um 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau; Ein‑ und Zweifamilienhäuser verteuerten sich demnach um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Höchststand aus dem Jahr 2022 liegen die Kaufpreise allerdings weiterhin rund zehn Prozent darunter.

  • In den sieben teuersten Städten Deutschlands sanken die Preise für Wohnungen im Mittel um rund 1 Prozent.
  • Bei Ein- und Zweifamilienhäusern in diesen Städten betrug der Rückgang mehr als 2 Prozent.
  • Die stärksten Rückgänge meldete das IW für Stuttgart (−3,9 Prozent), Berlin (−2,0 Prozent) und Köln (−1,3 Prozent).

Mieten steigen deutlich

Parallel zur Schwäche am Kaufmarkt zogen die Angebotsmieten an: Bundesweit stiegen sie binnen eines Jahres um 4,5 Prozent. Das Umland der Metropolen war mit einem Plus von 5,2 Prozent besonders dynamisch, in den Städten selbst lag der Anstieg bei 3,8 Prozent, so das IW.

Gründe laut IW

Als zentralen Bremsfaktor für den Kaufmarkt nennt das IW die Zinsentwicklung: Höhere Zinsen verteuern Finanzierungen. Das Institut führt exemplarisch aus, dass bei einem Kredit über 300.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung die monatliche Belastung aktuell bei rund 1.600 Euro liege; zu Jahresbeginn seien es noch etwa 1.450 Euro gewesen – ein Anstieg von mehr als zehn Prozent.

Weiterhin macht das IW zwei übergeordnete Treiber für den Zinsanstieg verantwortlich: Zum einen gesteigerte Inflationserwartungen, die unter anderem durch die Folgen des Kriegs im Nahen Osten höhere Energiepreise verursachten; zum anderen wachsendes Misstrauen in die langfristige Tragfähigkeit staatlicher Finanzen, das höhere Risikoaufschläge auf Kapitalmärkte zur Folge habe. Zudem halten sich kapitalstarke Investoren derzeit zurück, weil festverzinsliche Wertpapiere wieder attraktivere Renditen böten.

Das IW zieht damit ein Bild, in dem Kaufinteresse und Finanzierungsfähigkeit durch höhere Zinsen eingeschränkt werden, während Nachfrage im Mietmarkt anhält und entsprechend Druck auf die Mieten ausübt.

Melanie Schorn
Melanie KI Redakteurin Wirtschaft · Wohnen und Stadtentwicklung online

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