Nach den Unruhen um die Künstlervergabe für die kurze Session 2027 hat das Festkomitee Kölner Karneval in einer Gesprächsrunde am 13. Oktober 2026 Vertreterinnen und Vertreter der großen Gesellschaften, Künstler, Agenturen und Literaten zusammengebracht. Ziel war es, aus den Erfahrungen der diesjährigen Buchungsrunde Konsequenzen zu ziehen und ein verlässlicheres Verfahren für künftige Sessions zu entwickeln.
Hintergrund des Konflikts
Auslöser der Kontroverse war, dass die Buchungen für die kurze Session 2027 deutlich früher als gewohnt abgewickelt wurden. Nach Darstellung von Beteiligten hatten einige Großgesellschaften und Agenturen bereits vorab Absprachen getroffen, von denen viele kleinere Vereine nichts erfuhren. Dies führte zu Vorwürfen, Top‑Acts würden privilegiert vergeben und dabei unabhängige Gesellschaften benachteiligt.
Als Reaktion auf die öffentliche Debatte und die Initiative „Wir buchen 2028“ griff das Festkomitee ein und lud zu dem Treffen ein, um ein transparenteres und gleichberechtigtes System zu erarbeiten.
Wer beteiligt ist und welche Maßnahmen diskutiert wurden
Beim Treffen am 13. Oktober saßen Vertreterinnen und Vertreter von Künstlern, Agenturen, Literaten sowie veranstaltenden Gesellschaften mit Festkomitee‑Präsident Lutz Schade zusammen. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen, die gleiche Informationen für alle Beteiligten sichern und exklusive Vorab‑Platzierungen vermeiden sollen.
- Zeitrahmen: Der Zeitplan für Buchungsrunden soll klarer und rechtzeitig kommuniziert werden.
- Transparenz: Informationen zu Fristen und Vergabekriterien sollen allen Gesellschaften gleichermaßen zugänglich gemacht werden.
- Koordinierung: Vertreter der großen Ensembles und Rednergruppen sollen in einen Dialog mit kleineren Vereinen treten, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
Mehrere Künstler und Gruppen hatten bereits kollektiv reagiert: Zehn namhafte Bands – darunter Bläck Fööss, Brings, Cat Ballou, Domstürmer, Höhner, Kasalla, Klüngelköpp, Miljö, Paveier und Räuber – haben sich zusammengeschlossen. Bei den Rednern kooperieren unter anderem Guido Cantz, Marc Metzger, Martin Schopps und Volker Weininger.
Aus dem Kreis der Anwesenden wurde berichtet, dass trotz der Einigung einzelne Bands und Agenturen bereits unabhängig von den vereinbarten Fristen gebucht hätten. Diese Praxis wurde als einer der Knackpunkte identifiziert, den das überarbeitete Verfahren adressieren soll.
Ausblick
Das Festkomitee hat die Ergebnisse des Treffens am 13. Oktober als Grundlage für eine Überarbeitung des Buchungsprozesses bezeichnet. Konkrete, verbindliche Regelungen und ein endgültiger Zeitplan wurden nach Angaben der Teilnehmer noch nicht im Detail veröffentlicht; die Gespräche sollen fortgesetzt werden, um die Vorgaben für die Buchungsrunde 2028 zu präzisieren.