Das in Köln ansässige Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat nach einer Befragung von rund 1.000 Unternehmen und etwa 5.000 Beschäftigten im Rahmen des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2026 festgestellt, dass Familienfreundlichkeit in den Personalstrategien deutscher Firmen fest verankert ist. Demnach halten aktuell etwa 88 Prozent der Unternehmen Familienfreundlichkeit für wichtig.
„Familienfreundlichkeit gehört mittlerweile zur personalpolitischen DNA der Mehrheit der Unternehmen“, sagte IW-Ökonomin Andrea Hammermann.
Entwicklung und Zahlen
Die Studie dokumentiert eine Zunahme in der Selbsteinschätzung der Unternehmen: Fast 57 Prozent der Befragten geben an, ihr Unternehmen sei ausgeprägt familienfreundlich. Zum Vergleich: 2015 lag dieser Anteil bei gut 41 Prozent. Selbst unter Firmen, die sich derzeit in einer schlechten wirtschaftlichen Lage befinden, bewähre sich das Thema: Rund 85 Prozent solcher Unternehmen halten Familienfreundlichkeit weiterhin für wichtig, so das IW.
Arbeitszeit, Schichtbetrieb und Selbstorganisation
Die Studie hebt zudem hervor, wie stark Planungssicherheit und Stabilität der Arbeitszeiten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beeinflussen. Beschäftigte, die selten kurzfristigen Umplanungen ausgesetzt sind, zeigen eine hohe Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit (nahezu 89 Prozent). Bei häufigen kurzfristigen Änderungen sinkt diese Zufriedenheit auf unter 53 Prozent.
- Schichtbetrieb stellt besondere Anforderungen: Unternehmen mit Schichtbetrieb erlauben laut IW in vielen Fällen Schichttausch, um auf familiäre Verpflichtungen reagieren zu können.
- 77 Prozent der Betriebe mit Schichtbetrieb erlauben den Beschäftigten, Schichten untereinander zu tauschen.
- Für die Zukunft sehen die IW-Expertinnen und -Experten Vereinbarkeit noch stärker als heute als Wettbewerbsfaktor bei der Fachkräftesicherung.
Die Daten beruhen auf dem Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2026, der vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde. Die Ergebnisse legen nahe, dass betriebliche Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterhin eine zentrale Rolle in der Personalpolitik spielen — insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels.