Die erneute Hitze und Trockenheit im Jahr 2026 hat den Kölner Stadtwald belastet. Nach Angaben der Stadt zeigten zahlreiche Bäume fast aller Arten bereits ab Mitte Juli deutliche Welkeerscheinungen. Die Verwaltung geht davon aus, dass ein Teil dieser Bäume im Frühjahr 2027 nicht wieder austreiben wird.
Für die Bewirtschaftung des städtischen Waldes im kommenden Jahr kündigt die Stadt deshalb eine zurückhaltendere Holzernte an. Die geplanten Durchforstungen sollen erneut reduziert werden. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben der Verwaltung Fällungen, die aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig sind. Betroffen sind insbesondere Bäume entlang von Bebauung, Straßen und Schienen.
Waldränder besonders stark betroffen
Die Schäden zeigen sich vor allem in schmalen Waldflächen und an Waldrändern, die der Sonne stark ausgesetzt sind. Größere zusammenhängende Waldgebiete konnten sich nach Darstellung der Stadt durch ihr eigenes Waldklima besser gegen die Hitze und Trockenheit schützen. Von größeren Waldbränden sei Köln in diesem Jahr verschont geblieben.
Die Entwicklung folgt auf mehrere Jahre mit wechselnden Bedingungen. Zwischen 2018 und 2022 hatten trockene und heiße Jahre den Kölner Wäldern zugesetzt. Die überdurchschnittlich nassen Jahre von 2023 bis 2025 verbesserten die Lage zunächst. Für 2026 hatte die Stadt deshalb wieder etwas mehr Waldpflege durch Holzeinschlag vorgesehen. Ab Juni setzte nach Darstellung der Verwaltung jedoch erneut eine ausgeprägte Hitze- und Trockenphase ein.
Eschensterben führt zu zusätzlichen Fällungen
Neben der Trockenheit machen den Bäumen weiterhin Pilzkrankheiten zu schaffen. Beim Bergahorn hat die Intensität des dadurch verursachten Baumsterbens nach Angaben der Stadt deutlich abgenommen. Bei den Eschen verschlechterte sich die Situation dagegen. In mittelalten und älteren Beständen starben demnach verbreitet Bäume am sogenannten Eschentriebsterben ab.
Deshalb mussten bereits im vergangenen Winter in Vogelsang und Lindweiler zahlreiche Eschen außerplanmäßig gefällt werden. Die Maßnahme diente nach Angaben der Verwaltung der Verkehrssicherheit. Auch für 2027 bleiben notwendige Sicherungsarbeiten an gefährdeten Bäumen der Schwerpunkt der Arbeiten im Stadtwald.
Junge Buchen bleiben vital
Eine positive Beobachtung machte die Stadt in alten Waldbeständen: Natürlich nachgewachsene junge Buchen blieben trotz der Trockenheit vital, unter anderem im Gremberger Wäldchen. Die Verwaltung wertet dies als Bestätigung ihrer Strategie, die natürliche Verjüngung des Waldes zu fördern. Bäume, die unmittelbar an ihrem Standort aufwachsen, können sich nach Einschätzung der Stadt besser an die Bedingungen dieses Ortes anpassen.
- 2027: Die Stadt will die regulären Durchforstungen wegen der neuen Dürreschäden reduzieren.
- Schwerpunkt: Gefällt werden sollen vor allem Bäume, die an Straßen, Schienen oder Bebauung die Sicherheit gefährden.
- Betroffene Bereiche: Besonders belastet sind sonnenexponierte Waldränder und schmale Waldflächen.