Der Rhein bekommt nach einer Reihe von Sturmtiefs wieder mehr Wasser – in Köln dürfte sich der Pegel nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bis Dienstagmorgen auf rund 1,70 Meter ansteigen. Das würde den Stand vorübergehend oberhalb des mittleren Niedrigwassers von 1,14 Meter und über dem sogenannten gleichwertigen Wasserstand von 1,39 Meter bringen, teilte der Wetterdienst und die WSV mit.
Was die jüngsten Messwerte sagen
Die WSV registrierte am Sonntag um 8 Uhr für den Pegel Kaub nur 27 Zentimeter; vor einer Woche lagen die Messwerte bei 11 Zentimetern, Anfang Oktober war mit minus 6 Zentimetern ein Rekordtief verzeichnet worden. Auch weiter flussabwärts stiegen die Pegel: Köln meldete zuletzt 82 Zentimeter (vor einer Woche 55), Düsseldorf 41, Koblenz 44 und Emmerich 17 Zentimeter. Dennoch liegen nach den Werten alle Pegel weiterhin unter dem mittleren Niedrigwasser.
Kaub bleibt das Nadelöhr
Für das Rheintal ist vor allem der Pegel bei Kaub entscheidend: Dort wird der gleichwertige Wasserstand mit 77 Zentimetern genannt; bei diesem Stand ist die Fahrrinne rund 1,90 Meter tief. Nach den aktuellen Abschätzungen wird Kaub bis Mittwochfrüh nur auf etwa 66 Zentimeter steigen. Das bedeutet, dass Frachtschiffe am Mittelrhein weiterhin mit Teilladung fahren müssen, erklärte die WSV.
- Pegel Kaub (Messung Sonntag 8 Uhr): 27 cm (Vorwoche: 11 cm; Anfang Oktober: −6 cm).
- Pegel Köln (aktuell): 82 cm (Vorwoche: 55 cm); Prognose bis Dienstag: ca. 1,70 m.
- Gleichwertiger Wasserstand Köln: 1,39 m; mittleres Niedrigwasser: 1,14 m.
Die erwartete Pegelerholung in Köln ist demnach vorübergehend ausreichend, um über die Niedrigwasser-Marken zu kommen, während Kaub als Engpass für die gesamte Binnenschifffahrt weiter zu flach bleibt.
Ursache und kurzfristige Entwicklung
Der Anstieg ist Folge kräftiger Regenfälle in den Staulagen der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge, die über Nebenflüsse wie Mosel und Neckar in den Rhein gelangen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostizierte für die betroffenen Einzugsgebiete Niederschläge von 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter, im Schwarzwald örtlich bis zu 70 Liter pro Quadratmeter.
Gleichzeitig warnten die Wetterbehörden davor, dass die Abschätzungen über mehr als zwei Tage hinaus unsicher sind. Nach der aktuellen Vorhersage setzt ab Donnerstag wieder ruhiges Hochdruckwetter mit Nebel und Hochnebel ein, sodass die Pegel danach voraussichtlich wieder sinken werden.
Für die Kölner Schifffahrt und die Hafenlogistik bedeuten die Prognosen kurzfristig eine Entspannung bei den Wasserständen in der Stadt, während Engpässe am Mittelrhein – insbesondere in Kaub – die Beladungsfähigkeit von Frachtschiffen weiterhin einschränken.