Grüne Halsbandsittiche gehören entlang des Rheins inzwischen zum vertrauten Stadtbild. Die auffälligen Vögel leben in Städten wie Köln, Düsseldorf, Wiesbaden, Mannheim und Bonn in freier Wildbahn. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Afrika und Südasien.
Erstes Paar 1969 in Köln entdeckt
Die Ansiedlung in Deutschland reicht mehrere Jahrzehnte zurück. Das erste hier lebende Halsbandsittich-Paar wurde 1969 in Köln entdeckt. Die Tiere waren vermutlich aus dem Kölner Zoo entkommen. Entlang des Rheins fanden sie Bedingungen vor, unter denen sie sich dauerhaft etablieren konnten.
Dazu zählen das vergleichsweise milde Klima in den Rheinregionen, große Parks, alte Bäume und weitere Grünflächen. Die Vögel finden dort Nahrung, Schlafplätze und Baumhöhlen für die Brut. Besonders in wärmeren Flusstälern kommen die ursprünglich an warme Regionen angepassten Tiere zurecht.
Tausende Tiere in deutschen Städten
Inzwischen gibt es Halsbandsittiche in mindestens 25 deutschen Städten und in ganz Europa. Die deutsche Population wird auf bis zu 20.000 Tiere geschätzt. In Wiesbaden wurden im Jahr 2024 rund 4.800 Halsbandsittiche gezählt.
Die bis zu 43 Zentimeter großen Vögel treten häufig in größeren Gruppen auf. Besonders auffällig sind ihre lauten Rufe, wenn sie morgens zu den Nahrungsplätzen und abends zu ihren Schlafplätzen fliegen. Den Namen verdanken sie dem schwarzen Streifen am Hals, der sich im Nacken rosa verfärbt. Dieses Merkmal tragen nur die Männchen.
Diskussion über heimische Vogelarten
Die Ausbreitung der exotischen Vögel wird unterschiedlich bewertet. Kritiker befürchten, dass Halsbandsittiche heimischen Höhlenbrütern Konkurrenz machen könnten. Genannt werden unter anderem Spechte, Stare und Dohlen. Als weiterer Faktor für die Verbreitung gilt das sich verändernde Klima: Wärmere Bedingungen kommen den aus warmen Regionen stammenden Vögeln entgegen.
- Das erste deutsche Halsbandsittich-Paar wurde 1969 in Köln entdeckt.
- Die Tiere leben inzwischen in mindestens 25 deutschen Städten.
- Ihre Ausbreitung wird wegen möglicher Konkurrenz zu heimischen Höhlenbrütern diskutiert.