Der Verein „Frauen gegen Erwerbslosigkeit“ in Nippes hat nach Wochen der Unsicherheit vorläufig Planungssicherheit erhalten: Der Finanzausschuss des Rates hat eine Änderung am Haushaltsentwurf beschlossen, durch die die geplante Streichung der institutionellen Förderung zurückgenommen wird. Damit bliebe die jährliche Unterstützung von 68.000 Euro erhalten, teilte die Initiative mit.
Seit 1984 Hilfsangebote am Nippeser Markt
Der Verein wurde 1984 aus einer Selbsthilfegruppe gegründet und betreibt seit 2007 seine Räume an der Christinastraße neben der früheren Post am Nippeser Markt. Mit der städtischen Förderung finanziert der Träger die Öffnung der Einrichtung, laufende Kosten und die Möglichkeit, weitere Förderanträge zu stellen, erläuterte Geschäftsführerin Karin Hofmann.
„Die institutionelle Förderung durch die Stadt erlaubt uns überhaupt erst, dass wir hier öffnen, die laufenden Kosten zahlen und Förderanträge stellen können“, sagte Karin Hofmann.
Das Angebot richtet sich laut Verein an Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen: klassische Erwerbslosenberatung, Unterstützung beim Berufs‑Wiedereinstieg, Bewerbungstraining, Hilfe bei der Jobsuche und beim Erstellen von Unterlagen. Zusätzlich unterhält der Verein einen Fundus mit Kleidung für Vorstellungsgespräche, ein Spielzimmer für mitgebrachte Kinder sowie kreative Angebote wie eine Nähwerkstatt. In den vergangenen Jahren habe sich die Arbeit zunehmend an Frauen mit Migrationsgeschichte gerichtet; Beratungsangebote gebe es inzwischen in mindestens elf Sprachen.
Wie es weitergeht
Die positive Entscheidung des Finanzausschusses ist noch nicht endgültig: Der Rat der Stadt Köln muss den geänderten Haushalt am 12. November bestätigen. Der Verein zeigte sich optimistisch: „Wir sind guter Dinge“, sagte Hofmann, nachdem die Kehrtwende in der Ausschussberatung beschlossen worden sei.
- Jährliche Förderung derzeit: 68.000 Euro
- Standort: Christinastraße am Nippeser Markt, Nippes
- Nächster Schritt: Ratsentscheidung über den Haushalt am 12. November
| Zeitraum / Ereignis | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 1984 |
| Räumlichkeiten an der Christinastraße | seit 2007 |
| Geplante Streichung im Haushaltsentwurf | 2027/2028 (Doppelhaushalt) |
| Finanzausschuss: Entscheidung | Oktober 2026 (Rücknahme der Streichung) |
| Ratsentscheidung | 12. November 2026 |
Die Initiative bietet nach eigenen Angaben ein niedrigschwelliges Beratungsangebot, das von Bewerbungstraining über Jobrecherche bis hin zu mehrsprachiger Unterstützung reicht. Mitarbeiterinnen sehen in der institutionellen Förderung eine Voraussetzung dafür, dass die Einrichtung überhaupt offenbleiben und ihre Angebote fortführen kann.