Der 1. FC Köln hält vorerst an Trainer René Wagner fest. Das teilte Sportdirektor Thomas Kessler am Sonntagmorgen in einer Medienrunde mit. Nach Angaben des Vereins wird der 37‑jährige Coach beim DFB‑Pokalspiel gegen 1. FC Union Berlin auf der Bank sitzen und grundsätzlich auch das anschließende Ligaspiel gegen die Eisernen betreuen.
Rückendeckung von der Klubspitze – aber hoher Erfolgsdruck
Kessler machte deutlich, dass die Klubspitze Wagner derzeit unterstütze. Zugleich betonte er, dass Vertrauen in erster Linie durch sportliche Ergebnisse zurückgewonnen werde:
„Er hat volle Rückendeckung. Wir haben diese Woche zwei brutal wichtige Spiele, zweimal gegen den gleichen Gegner“, sagte Kessler.
Nach den jüngsten Fan‑Protesten und den „Wagner raus“-Rufen beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 steht der Trainer allerdings unter erhöhtem Druck. Die Verantwortlichen legten in der internen Bewertung Wert auf mehrere Faktoren: Die fachliche Qualität und die akribische Arbeit Wagners würden intern weiter geschätzt, die externe Wahrnehmung falle jedoch kritischer aus.
Interne Bewertung und Gründe für Zurückhaltung
Im Verein wird unter anderem gewürdigt, dass Köln bislang acht Punkte aus sieben Ligaspielen geholt hat; diese Bilanz wird intern als „ordentlich“ eingestuft. Zudem fließen in die Bewertung die aktuellen Ausfälle wichtiger Spieler ein: Thijs Dallinga, Ragnar Ache und Ellyes Skhiri wurden als Faktoren genannt, die die sportliche Lage beeinflussen.
- Sportliche Bewertung: Intern positivere Einschätzung der Arbeit Wagners
- Ergebnisorientierung: Vertrauen soll durch Erfolge zurückgewonnen werden
- Personelle Lage: Ausfälle von Dallinga, Ache und Skhiri werden berücksichtigt
Kommunikation und Außendarstellung als Kritikpunkte
Gleichzeitig gab die Klubführung an, es gebe intern Kritik an Wagners Außendarstellung. Sein Auftreten werde mitunter als zu nüchtern und zu wenig emotional wahrgenommen; zudem habe es kommunikative Fehler gegeben. Als Beispiel nannten Verantwortliche die Diskrepanz zwischen einer angekündigten offensiven Ausrichtung und einer tatsächlich defensiveren Aufstellung im Spiel gegen Schalke. Auch der Umgang mit einzelnen Leistungsträgern habe Irritationen ausgelöst.
Die Klubführung betonte, dass die Bewertung der nächsten Spiele nicht allein am Ergebnis, sondern auch an der Art und Weise des Auftritts gemessen werde. Eine überzeugende Leistung im Pokalspiel gegen Union Berlin könne Wagners Position festigen; ein blamables Ausscheiden würde laut Aussage der Verantwortlichen jedoch zu einer erneuten Prüfung der Trainerfrage führen.
Für den Klub stehen in den kommenden Tagen zwei direkte Duelle mit Union Berlin an: Zunächst am Dienstag im DFB‑Pokal, dann das Ligaspiel am darauffolgenden Wochenende. Beide Begegnungen werden nach Einschätzung der Vereinsführung richtungsweisenden Charakter für die weitere Beurteilung der Trainerarbeit haben.